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Am ersten Tag holten wir gleich unser Auto und fuhren in Los Angeles herum. Weil wir aber keine gescheite Straßenkarte hatten fuhren wir zwar 100 Meilen auf den Freeways, ohne daß wir was Gescheites gesehen hätten. Wir hatten vergessen, daß uns unser Onkel gesagt hatte, daß es die besten Straßenkarten bei den Tankstellen gibt. Am nächsten Tag versuchten wir es wieder und wollten zu den Hollywoodbuchstaben hinauffahren, aber wir fanden nicht einmal den Weg wenigstens in die Nähe. Wir schauten ins San Fernando Valley hinunter und sahen die Filmstudios von den Hügeln aus. Aber wenigstens sahen wir viele interessante kurvige Straßen und tolle Häuser. Dann haben wir uns entschlossen wieder in die Stadt zu fahren. Auf einmal war ein Polizeiauto hinter uns. Ich erinnerte mich, daß alle uns gewarnt hatten, ja nicht zu schnell zu fahren, denn die Polizei in Amerika sei sehr strikt. So beobachtete ich abwechselnd meinen Tacho und die Polizei im Rückspiegel. Als wir an einer Ampel anhielten sah ich die Polizistin mit dem Sprechgerät hantieren, aber ich dachte nicht daß das für uns bestimmt war. Aufeinmal hörte ich durch den Lärm der Klimaanlage und unser Radio, daß jemand redet. Ich rief zu meiner Schwester, SCHALT AUS, SCHALT AUS . In der Zwischenheit wurde die Ampel grün und wir fuhren weiter. Bei der nächsen roten Ampel sagte die Polizistin übers Megafon: "Hey Ihr mit dem weißen Buick, wenn Ihr uns hören könnt nickt mit dem Kopf und fahrt an der nächsten Gelegenheit rechts ran. So sind wir gleich wieder bei der nächsten Gasse rechts abgebogen. wir blieben im Auto sitzen und wußten nicht was wir gemacht hatten. Der Polizist kam an meine Tür und fragte nach meinem Führerschein. Ich hatte nur eine österreichische und eine Übersetzung davon. Er untersuchte jede einzelne Seite und jedes Papier in meinem Mäppchen. Er fragte uns von wo wir kamen und wie lange wir schon in den USA sind. Wir sagten ihm, daß wir erst einen Tag hier sind und daß wir Urlaub hier machten. Er fragte mich, ob ich wisse, was ich falsch gemacht habe und ich erwiderte, daß ich keine Idee hatte, was! Er sagte mir, daß ich ein Stopschild überfahren hatte. Ich erwiderte, daß ich mich wirklich nicht erinnern kann, daß ich eines überfahren hätte. Dann ging er zur Polizistin und erzählte ihr alles und kam wieder zurück. Er hielt mir einen langen Vortrag und zum Schluß sagte er uns, weil wir erst einen Tag hier waren und vorher noch nie in den USA waren, muß ich ausnahmsweise nichts bezahlen, ich solle in Zukunft aber besser aufpassen. Dann gab er mir meinen Führerschein zurück. Danach fuhren sie die ganze Zeit hinter uns her und machten mich ganz nervös. Dann bog ich links ab und sie rechts. Nach ca. 500 Metern kam uns eine Frau entgegen und fuchtelte ganz wild mit den Armen, da entdeckte ich, daß ich in einer Einbahn war und in die falsche Richtung fuhr. Meint Ihr die Polizisten haben das auch bemerkt? Am Abend fanden wir dann endlich Rodeo Drive, aber die Läden waren natürlich schon geschlossen.
Am nächsten Tag fuhren nach Palm Springs. Wir fuhren ein bißchen herum und schauten uns die Häuser an, gingen Mittagessen und fuhren weiter nach Twentynine Palms und übernachteten dort. Am Morgen fuhren wir zum Joshua Tree National Park. Es war großartig, wie eine andere Welt. Am Eingang bekamen wir eine Broschüre und sahen später sehr viele Tiere, die darin aufgeführt waren, sogar einen Kojoten. Es gab sogar ein Open-Air-Kino mitten in der Wüste. Wir konnten nicht aufhören immer wieder neue Ecken zu entdecken.
Nachdem wir den Park verlassen hatten fuhren wir weiter auf dem Principal Highway No. 247 über Barstow nach Lone Pine wo wir übernachteten. Auf der Strecke hatten wir auch einen Sandsturm. Es war wie im Film mit den herumrollenden trockenen Büschen, dem Sand überall und den LKWs an der Kreuzung, wir fühlten uns wie in "X-Files". Auf dieser Strecke hatten wir auch eine andere "Wild West"-Erfahrung. Die ganze Zeit waren wir ganz alleine auf der Straße und plötzlich überholte uns ein anderes Auto. Aber was sag ich da? Ein Auto? Das war die reinste Rostbüchse! Es war keine Motorhaube und keine Fensterscheiben mehr vorhanden. Und in dieser Rostlaube saßen drei Männer, die schrecklichsten die man sich vorstellen kann (was wir uns vorstellten), lange Haare, Bärte, ungewaschen, Leder.... Sie ließen uns zurück. Aber auf einmal nach der nächsten Kurve warteten sie am Straßenrand. Nachdem wir an ihnen vorbeigefahren waren fuhren sie wieder los und waren hinter uns. Mensch hatten wir vielleicht Angst! Wir verriegelten die Türen (was für eine große Hilfe!) und fuhren weiter als ob nichts wäre. Nach einer Weile bogen sie in eine ungeteerte Straße ein, wir sahen nur noch Staubwirbel, den meine Schwester die ganze Zeit beobachtete. Ich hatte keinen Magen und keine Beine mehr. Nach einer Weile als nichts passiert war hatte ich aufeinmal einen Flashback. Ich sah vor meinem inneren Auge das Bild mit dem Auto am Straßenrand noch einmal. Ich sah, daß aus dem Beifahrerfenster ein Arm herausgestreckt war um die Post aus einem der 10 Briefkästen zu holen. Ich begann wie verrückt zu lachen und meine Schwester wußte nicht was los war. So erzählte ich ihr, daß diese Männer nur ihre Post geholt hatten und uns wahrscheinlich nicht einmal bemerkt hatten!
Von Lone Pine fuhren wir ins Todestal. Es war September und so war es nicht so heiß, nur 42 Grad. Überall hieß es "die Klimaanlage nicht einschalten". Ich hatte Angst, daß der Motor explodieren würde, es kam auch einmal dicker schwarzer Rauch aus dem Auspuff, aber das Auto ist nicht zusammengebrochen. Für uns Europäer ist es wirklich faszinierend zu sehen wie eine einzige Straße von einem Berg gerade hinunter, quer übers Tal und auf der anderen Seite wieder gerade den Berg hinaufgeht. Es ist unmöglich einen Straßenverlauf so weit zu sehen. Beim Visitor's Center gingen wir zuerst ins Museum und danach in die Boraxmine. Leider war es nicht erlaubt in die Sanddünen zu fahren.
Danach fuhren wir durch die großen Wälder nach Lee Vining. Alle Motels hatten schon "KEIN" Zimmer frei angeschrieben. Das letzte "NO" blitzte gerade auf, als wir aus dem Auto aussteigen wollten. So mußten wir weitersuchen. Dann fanden wir eine Lodge. Es war die allerletzte Möglichkeit dort zu übernachten. Zwei Frauen vor uns waren schon seit Sacramento auf der Suche nach einem Zimmer und schlugen dieses Zimmer trotzdem aus, das Preis/Leistungs- verhältnis würde nicht stimmen. Wir wollten aber nur ein Bett für die Nacht. Es war dreckig und grausig und wir konnten nicht mal die Türe abschließen. So haben wir unser ganzes Gepäck vor der Türe aufgebaut, damit wir aufwachen, falls jemand hereinkommen wollte.
Am nächsten Tag fuhren wir nach Bodie, einer Geisterstadt. Wir spazierten den ganzen Vormittag durch die Straßen und ich machte jede Menge Bilder. Das ist das Hotel, für dieses Bild wartete ich eine halbe Stunde um es zu machen. Die ganze Zeit wenn die Leute endlich auf der linken Seite aus dem Bild liefen kamen andere auf der rechten Seite wieder herein. Dieses Bild habe ich trotz der zwei Frauen gemacht, denn ich glaube, die sind noch Stunden dort gestanden, weil sie jeden einzelnen Gegenstand in dieser Schneiderei aufgezählt haben und ich wußte nicht wie weit sie eigentlich schon waren. Hier sieht man meine Schwester wie sie in die Schule hineinschaut.
Später sind wir zum Mono Lake gefahren. Ein Erlebnis anderer Art. Es standen große und interesante Figuren herum und je näher wir uns dem See näherten um so schlimmer stank es. Da flogen ganze Fliegenschwärme umher wenn jemand in ihre Nähe kam. Wir wollten eigentlich länger verweilen, aber der Gestank brachte uns um.
Gabi
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