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Stockholm - Die skandinavische Fluggesellschaft SAS setzt angesichts der Wirtschaftskrise zu einem radikalen Sparkurs an. Die zur Hälfte in Staatsbesitz stehende Airline will sich von 3000 Beschäftigten trennen, ihr Streckennetz ausdünnen und ihre Flotte um 14 Maschinen verkleinern. Zudem kündigte SAS überraschend eine Kapitalerhöhung über sechs Mrd. Kronen (560 Mio. Euro) an, was nicht ganz der Marktkapitalisierung von 7,1 Mrd. Kronen entspricht. Damit rüstet sich SAS offenbar für den Fall, noch länger ohne starken Partner auskommen zu müssen.
Analysten werteten die angekündigte Kapitalerhöhung als Zeichen, dass eine Übernahme nicht unmittelbar bevorsteht. "Für mich macht die Kapitalerhöhung deutlich, dass derzeit kein großer Käufer vor der Tür steht", sagte Sydbank-Analyst Jacob Pedersen. SAS-Chef Mats Jansson sagte, die Fluggesellschaft führe derzeit keine konkreten Gespräche über eine Fusion.
Kreisen zufolge hatte Lufthansa im Vorjahr Gespräche über einen Einstieg bei SAS geführt, diese aber abgebrochen. Lufthansa-Aufsichtsratschef Jürgen Weber hatte kürzlich gesagt, SAS werde interessant, "wenn die Konditionen stimmen". Zunächst wolle sich Lufthansa jedoch auf die geplanten Übernahmen von Brussels Airlines, Austrian und bmi konzentrieren.
SAS hat bereits mit zwei Sparprogrammen versucht, wieder auf Kurs zu kommen. Beide zeigten bislang wenig Wirkung. Im vierten Quartal verbuchte SAS einen Vorsteuerverlust von 37,6 Mio. Euro nach einem Gewinn von 5,3 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz fiel leicht auf 1,2 Mrd. Euro von 1,21 Mrd. Euro.
Quelle: welt.de
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