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Wer in den Sommerferien verreisen will, muss sich spätestens jetzt auf die Socken machen, um ein anständiges und bezahlbares Quartier zu finden.
Besonders in beliebten Ferienregionen heißt es schon im Januar: „Leider sind unsere Ferienhäuser bereits ausgebucht.“ Oft sind aber nur die Kontingente der Reiseveranstalter und Ferienhausagenturen ausgebucht, nicht aber die Angebote von privaten Ferienhaus-Vermietern. Die Häuser von privat sind oft noch zu haben und zudem auch in der Hauptreisezeit meist um mehrere hun-dert Euro billiger als die Angebote in den Katalogen der Reiseveranstalter. Verbraucherschützer warnen allerdings: Nicht immer halten die Häuser regio-naler Anbieter, was sie versprechen. Und nicht alle Anbieter sind seriös.
Sprachbarrieren erschweren die direkte Suche
Eine Direktbuchung im Internet verlangt dem Suchenden einige Zeit und Mü-he ab. Oft genug bedarf es zumindest Grundkenntnissen der Landessprache, um die Internetseiten der Privatanbieter überhaupt googeln zu können. Bei-spiel Bretagne: Mit den üblichen Suchwörtern „Bretagne“ und „Ferienhaus“ kommt man nicht allzu weit, sondern gelangt direkt zu den gängigen Ferien-hausagenturen. Das muss nicht schlecht sein, ist in der Regel aber teurer. Mit ein paar französischen Suchworten wie „office de tourisme“ und dem ge-wünschten Zielort kommt man der Sache schon näher. Denn viele Orte in Frankreich haben auf ihren offiziellen Touristeninfoseiten einen ganzen Kata-log von Häusern von ausschließlich privaten Anbietern. Das gleiche gilt für Großbritannien, wo der Suchende mit „tourism“ und „cottage“ und dem ent-sprechenden Zielort schon ein breites Angebot findet. In Italien landet man ebenfalls mit „touristico“, „touristo“ und „casa per vacanze“ auf den ge-wünschten Seiten. Aber: Wer privat bucht, muss sich auch persönlich mit dem Vermieter in Verbindung setzen, spätestens dann kann die Sprache zum gro-ßen Hindernis werden und auch zu Missverständnissen führen.
Internetplattformen privater Anbieter als Alternative
Eine attraktive Alternative bieten Internet-Plattformen, auf denen private Fe-rienhausanbieter ihre Domizile vermarkten können. Gebucht wird beim Ver-mieter direkt, die Sprachkenntnisse des Ferienhausbesitzers sind oft angege-ben. Der Plattformbetreiber kassiert in der Regel beim Mieter nicht mit, son-dern lässt sich vom Vermieter bezahlen. Deshalb liegen die Preise für Ferien-häuser oft weit unter denen, die große Reiseveranstalter verlangen. „Man kann bei Direktbuchungen 30 bis 50 Prozent sparen“, sagt Pamela Premm, Sprecherin der Online-Reiseplattform Fewo-direkt.de aus Kassel, die in 96 Ländern fast 50.000 Ferienwohnungen anbietet.
Die Begeisterung von Verbraucherschützern hält sich in Grenzen, was die di-rekten Buchungen im Internet angeht. Da die Vermieter ihre Beschreibungen selbst verfassen, könnten viele Dinge beschönigt werden oder Ausstattungen angeboten werden, die hinterher gar nicht existieren, befürchten sie. Sich dann mit dem Vermieter vor Ort anzulegen, sei insbesondere bei Auslandsrei-sen sehr schwierig, meint die Reiserecht-Expertin der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, Beate Wagner. „Es ist sogar schon vorgekommen, dass es angebotene Ferienhäuser vor Ort gar nicht gab“, sagt sie. „Letzte Sicher-heit, dass Sie nicht Opfer einer Straftat werden, gibt es bei der Buchung nicht.“ Meist bucht der Reisende ohne Netz und doppelten Boden und trägt das Risiko allein. „Wenn es tatsächlich zum Rechtsstreit kommt, ist es schwie-rig, seine Ansprüche im Ausland durchzusetzen“, ist die Erfahrung der Reise-rechtlerin der Verbraucherzentrale.
Vorsicht sei geboten bei der Direktvermarktung von Urlaubsdomizilen, mahnt auch der Verband Deutscher Ferienhausagenturen (VDFA). Vor allem dann, wenn das Angebot fast schon unrealistisch günstig sei. Es habe schon Fälle gegeben, in denen Betrüger bunte Bildchen schöner Häuser ins Internet ge-stellt haben und dann mit den Anzahlungen der Mieter auf Nimmerwiederse-hen verschwunden seien.
Quelle: welt.de
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